Wie sehr sich mein Blick auf Hongkong seit der ersten Planung verändert hat

Wenn ich heute an Hongkong denke, muss ich manchmal darüber lachen, wie alles angefangen hat. Eigentlich war Hongkong ursprünglich nur als kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Australien gedacht. So nach dem Motto: Wenn wir schon so weit fliegen, könnten wir uns dort auch ein paar Tage anschauen. Mehr war das am Anfang gar nicht. Australien war der große Traum. Australien war das eigentliche Ziel. Und Hongkong war einfach irgendwo dazwischen.

Heute sieht das ehrlich gesagt schon etwas anders aus. Je mehr ich mich mit der Reise beschäftigt habe, desto mehr ist Hongkong von einem Zwischenstopp zu einem eigenen Reiseziel geworden. Und dabei habe ich gemerkt, dass sich meine Sicht auf die Stadt ziemlich verändert hat.

Zum Beispiel dachte ich am Anfang sofort an die Skyline. Wenn jemand Hongkong sagt, hat man ja automatisch diese Bilder im Kopf. Wolkenkratzer, Victoria Harbour und riesige Hochhäuser. Ich war deshalb überzeugt, dass genau das für mich das Spannendste sein würde.

Inzwischen bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Natürlich möchte ich die Skyline sehen. Aber mittlerweile interessieren mich die Stadtviertel fast mehr. Die Orte, die man nicht unbedingt auf jeder Postkarte sieht. Die Straßen, durch die man einfach läuft. Kleine Cafés, das normale Leben und die Atmosphäre einer Stadt. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass mich das irgendwann mehr reizt als die berühmten Fotomotive.

Auch beim Essen hat sich meine Sicht komplett verändert. Am Anfang habe ich darüber ehrlich gesagt kaum nachgedacht. Klar, man muss irgendwo essen. Ende der Geschichte. Mittlerweile freue ich mich aber fast genauso darauf wie auf manche Sehenswürdigkeit. Ich bin neugierig, welche Gerichte uns schmecken werden und welche vielleicht überhaupt nicht. Und ich bin gespannt, ob wir am Ende einen Ort entdecken, von dem ich heute noch gar nichts weiß.

Eine weitere Sache, die sich verändert hat: Ich dachte anfangs, dass zwei oder drei Tage in Hongkong locker ausreichen würden. Heute habe ich eher das Gefühl, dass man dort deutlich mehr Zeit verbringen könnte. Nicht unbedingt, weil es so viele Sehenswürdigkeiten gibt, sondern weil die Stadt auf mich den Eindruck macht, als gäbe es ständig etwas Neues zu entdecken. Je mehr ich über Hongkong erfahre, desto öfter denke ich mir: Das klingt eigentlich auch interessant. Und das auch. Und das ebenfalls.

Am meisten überrascht mich aber wahrscheinlich, wie sehr ich mich inzwischen auf Hongkong freue. Eigentlich sollte die Stadt nur der Auftakt unserer Australienreise werden. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass sie viel mehr geworden ist. Natürlich freue ich mich immer noch riesig auf Australien. Daran hat sich nichts geändert. Aber Hongkong ist längst nicht mehr nur die Stadt, in der wir vor dem Weiterflug ein paar Tage verbringen. Es ist inzwischen ein Reiseziel, auf das ich genauso neugierig bin wie auf viele Orte in Australien.

Und wer weiß. Vielleicht komme ich nach der Reise zurück und stelle fest, dass genau dieser ungeplante Zwischenstopp zu den schönsten Teilen der gesamten Reise gehört hat.

Mich würde jetzt aber interessieren, ob ihr so etwas auch schon erlebt habt. Gab es bei euch einmal ein Reiseziel, das ursprünglich nur ein kurzer Zwischenstopp sein sollte und das euch am Ende komplett überrascht hat? Ich bin gespannt auf eure Geschichten. Vielleicht bin ich ja nicht die Einzige, die sich plötzlich in ein Reiseziel verliebt, das ursprünglich gar nicht im Mittelpunkt stand.

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