Neulich saß ich mal wieder auf dem Sofa und wollte eigentlich nur kurz ein Video über Hongkong anschauen. Fünf Minuten, mehr nicht. Eine Stunde später hatte ich plötzlich Hunger, obwohl ich gerade erst gegessen hatte. Auf dem Bildschirm wurden Dim Sum serviert, irgendwo dampfte eine Nudelsuppe, Menschen saßen an kleinen Tischen auf dem Gehweg und ständig wurden Gerichte gezeigt, deren Namen ich vorher noch nie gehört hatte. In diesem Moment ist mir etwas aufgefallen: Ich freue mich inzwischen nicht nur auf Hongkong selbst. Ich freue mich auch auf das Essen.
Wenn ich an frühere Reisen zurückdenke, erinnere ich mich oft erstaunlich selten an Eintrittspreise, Öffnungszeiten oder die genaue Reihenfolge von Sehenswürdigkeiten. Viel häufiger denke ich an ein kleines Café mit besonderem Ausblick, an ein Restaurant, das wir zufällig entdeckt haben, oder an ein Gericht, das wir eigentlich nur aus Neugier bestellt haben. Genau deshalb gehört Essen für mich so sehr zum Reisen dazu. Es geht nicht nur darum, satt zu werden. Es geht darum, ein Reiseziel mit allen Sinnen kennenzulernen.
Je mehr ich mich mit Hongkong beschäftige, desto neugieriger werde ich auf die kulinarische Seite der Stadt. Vor einigen Monaten hätte ich mit Begriffen wie Har Gow, Siu Mai oder Pineapple Bun wahrscheinlich nicht viel anfangen können. Heute speichere ich Restaurants auf Google Maps, lese Food-Blogs und schaue mir Videos an, in denen Menschen begeistert von ihren Lieblingsgerichten erzählen.
Natürlich stehen Dim Sum ganz oben auf meiner Liste. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man Hongkong nicht besuchen kann, ohne sie wenigstens einmal probiert zu haben. Gleichzeitig bin ich gespannt auf all die anderen Dinge, die man hierzulande kaum kennt. Wonton Noodle Soup, Egg Tarts oder Roast Goose tauchen in meinen Recherchen ständig auf. Jedes Mal denke ich mir: Das möchte ich unbedingt ausprobieren.
Trotzdem glaube ich, dass die schönsten kulinarischen Erinnerungen wahrscheinlich noch gar nicht auf meiner Liste stehen. Vielleicht entdecken wir ein kleines Restaurant in einer Seitenstraße. Vielleicht setzen wir uns spontan irgendwo hin, weil es gut aussieht. Vielleicht bestellen wir etwas, von dem wir heute noch nicht einmal wissen, dass es existiert. Genau diese Momente sind es doch oft, die später in Erinnerung bleiben.
Manchmal stelle ich mir vor, wie wir durch Hongkong laufen, irgendwo zwischen den Wolkenkratzern und den kleinen Straßen, und plötzlich an einem Ort landen, der gar nicht geplant war. Kein Eintrag auf Google Maps, kein gespeicherter Tipp, sondern einfach eine spontane Entscheidung. Und vielleicht wird genau dieser Ort später zu einer unserer schönsten Erinnerungen an die Reise.
Deshalb bin ich jetzt neugierig auf eure Erfahrungen. Falls ihr schon einmal in Hongkong wart: Welches Gericht ist euch bis heute in Erinnerung geblieben? Gab es ein Restaurant, das ihr sofort wieder besuchen würdet? Oder einen kulinarischen Geheimtipp, den man als Erstbesucher unbedingt kennen sollte?
Ich freue mich auf eure Empfehlungen. Schließlich beginnt die Reise für mich schon lange vor dem Abflug – und manchmal eben auch schon beim Gedanken an das erste Essen in einer neuen Stadt.

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